Tolle Resonanz – aber wie geht’s jetzt weiter?
Ein unerwartet positives Echo konnte die BürgerStiftung Mössingen (BSM) auf die Informationsveranstaltung zum „Lesepatenschaft-Projekt“ verzeichnen. Über 30 Personen hatten sich im Vortragsraum in der Pausa-Tonnenhalle versammelt und lauschten gespannt dem Vortrag von Sibylle Gisbert (Projektleiterin Lesepatenschaften der BSM). Und mit Unterstützung des deutschen Dichters Christian Morgenstern (1871-1914) und dessen Gedicht „Das große Lalula“ konnte sie das Publikum nicht nur verblüffen, sondern so viele „Aha-Effekte“ hervorrufen, dass sich am Ende fast 90% der Besucher spontan entschieden haben, als Lesementoren das BSM-Projekt zu unterstützen.
In einem kurzweiligen Vortrag legte Sibylle Gisbert dar, wie Lesen eigentlich funktioniert und dass man einen „Kopf-Kino-Effekt“ braucht, um gelesene Wörter auch verstehen zu können. Und da viele Kindern aufgrund fehlender häuslicher Förderung bei gelesenen Texten kein „Kopf-Kino“ produzieren, sorgt das u.a. dafür, dass ca. 25% der Schüler am Ende der 4. Klasse kein ausreichendes Leseverständnis haben.
Hier setzt das Lesepatenschaft-Projekt der BSM an und will im 1:1-Prinzip (ein Lesementor, ein Kind, eine Stunde pro Woche, ein Jahr) förderungswürdige Kinder in den Mössinger Grundschulen unterstützen.
Dazu sollten die Lesepaten Spaß am Lesen und Erzählen, Humor und Geduld, Einfühlungsvermögen und Empathie sowie Freude am Umgang mit jungen Menschen mitbringen. Für das nötige pädagogische Rüstzeug sorgt eine Einführungsschulung, die die TeilnehmerInnen dann zu „Lesementoren“ qualifiziert.
Nach der lebhaften Fragerunde, in der alle Fragen zu der praktischen Umsetzung des Projektes geklärt werden konnte, haben sich knapp 90% der BesucherInnen als Lesepaten eingetragen. „Ich bin total beeindruckt von der enormen Bereitschaft, dieses „Herzensprojekt“ der Bürgerstiftung zu unterstützen,“ freut sich Sibylle Gisbert.
Die überwältigende Resonanz auf die Lesepatensuche schafft aber auch organisatorische Probleme. Denn benötigt wird ein jederzeit frei verfügbarer Standort (Raum) für die BSM, in dem Mentorenschulungen, Erfahrungsaustausche und Bewerbungsgespräche mit weiteren Interessierten geführt werden können. Die Raumknappheit bei städtischen Räumlichkeiten schränkt trotz der allzeit positiven Bemühungen der städtischen Mitarbeiterinnen die Flexibilität im Projektmanagement erheblich ein und führt zu eigentlich unnötigen Verzögerungen im Projektfortschritt.
Gesucht wird daher ein/e „Raum-Spender/Spenderin“, der/die der BSM Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, die für die vorgenannten Bedarfe genutzt werden können.
Unabhängig von der räumlichen Lösung werden aber auch weiterhin ehrenamtliche Lesepaten gesucht. Denn der Bedarf an entsprechender Leseunterstützung besteht nicht nur an den Grund- sondern auch an den weiterführenden Schulen.
Wer also Lust hat, selbst ein Teil dieses sehr dankbaren Projektes zu werden, wendet sich bitte an Sibylle Gisbert (s.gisbert@buergerstiftung-moessingen.de; Tel. 07473 952 1629).